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"Montagmorgen, 4:39 Uhr. Ich liege auf der Rückbank unseres Autos. Ich habe Wehen Sebastian und ich sind auf dem Weg ins Krankenhaus. Trotz meiner Beunruhigung über die Wehen (wir sind erst 28+6 von 40 Wochen), bin ich bemüht zuversichtlich zu sein und daran zu glauben, dass die Ärzte im Krankenhaus uns helfen und die Wehen mit Wehenhemmern stoppen können. Im Krankenhaus werde ich untersucht.

Der Muttermund ist noch geschlossen, der Ultraschall zeigt keine Auffälligkeiten und auf meine Bitte hin schaut der Arzt noch ein zweites Mal nach dem Herzschlag unseres kleinen Jungen. Alles ist gut, Constantin ist mit seiner geschätzten Körpergröße und Gewicht seinem Alter sogar eine Woche voraus. Ich werde an das CTG angeschlossen und ich bekomme den Wehenhemmer verabreicht. Die Nebenwirkung des Wehenhemmers macht sich umgehend bemerkbar: Herzrasen. Mir wird ein Gegenmittel für das Herzrasen angeboten, aber ich lehne ab. Ich möchte so wenig Medikamente zu mir nehmen, wie irgend möglich. Nach einer Weile verschieben sich die Wehenabstände von alle 2 bis 3 Minuten auf 3 bis 4 Minuten. Das CTG zeigt unter den Umständen der Wehetätigkeit keine Auffälligkeiten. Das CTG wird beendet und es wird beschlossen mich vom Kreißsaal auf die Station zu verlegen. Es ist bereits halb sieben und wir beschließen, dass Sebastian zu unseren Mädchen nach Hause fahren sollte, damit er Ayleen (13) ablösen kann (sie hat zu Hause „die Stellung“ für ihre beiden jüngeren Schwestern gehalten) und Sie pünktlich in der Schule erscheinen kann. Sobald Sebastian weg ist, konzentriere ich mich auf meine Wehen und achte auf deren Abstände. Obwohl die Dosis des Medikaments erhöht wurde verkürzen sich die Wehenabstände wieder. Die Hebamme schließt mich wieder an das CTG an. Constantins Herztöne sind schneller als sonst...ein ungutes Gefühl will sich in mir ausbreiten....er bewegt sich auch deutlich weniger....beides ist unter Wehentätigkeit aber durchaus normal...ich liege alleine im Zimmer, schaue auf die Uhr, lausche Constantins Herztönen...als plötzlich die Fruchtblase springt. Angst steigt in mir auf. Ein Kloß bildet sich in meinem Hals und Tränen wollen in meine Augen steigen. Ich weiß, dass sich die Geburt jetzt nicht mehr aufhalten lässt und ich spüre große Enttäuschung und Sorge darüber, dass ich es nicht geschafft habe unseren kleinen Engel länger in meinem Bauch zu halten. Constanin liegt bereits mit dem Kopf im Becken, die Geburt soll spontan (auf natürlichem Weg) erfolgen. Ich informiere Sebastian und kurz darauf ist er im Keißsaal wieder an meiner Seite. Wir werden jetzt enger betreut...eine Hebamme und eine Ärtzin sind fast durchgehend bei uns. Eine Kinderkrankenschwester von der Intensivstation stößt zu uns, beantwortet alle unsere Frage zu den kommenden Abläufen. Die Wehen sind intensiv und kommen in sehr kurzen Abständen. Constantins Herztöne sind deutlich hörbar. Die Kinderkrankenschwester verabschiedet sich fürs Erste und die Ärztin kommt wieder herein. Das CTG gibt auf einmal keine Herztöne mehr wieder...die Ärztin bleibt ruhig...schiebt die Gelkissen hin und her, auf der Suche nach Constantins Herzschlag. Es kommt vor, dass die Herztöne kurzfristig nicht messbar sind...wenn das Kind sich dreht...oder durch die fehlende Spannung des Bauches, nachdem die Fruchtblase gesprungen ist. Trotzdem wartet die Ärztin nicht lange und lässt ein Ultraschallgerät holen. Es wird angeschaltet. Während es hochfährt trägt die Ärztin Gel auf meinen Bauch auf...sie legt den Ultraschallkopf auf meinen Bauch. Ich schaue in ihr Gesicht, versuche dort zu lesen was sie sieht...aus dem Nichts springt sie auf und ruft „Notsectio!“ (Notkaiserschnitt). Aus dem Nichts umringen mich unzählige Menschen, die hektisch die unterschiedlichsten Aufgaben übernehmen. Ich werde in einen anderen Raum geschoben, muss mich von meinem Bett auf einen OP-Tisch rüberschieben. Ich werde von min. sechs Personen gleichzeitig innerhalb von gefühlten Sekunden auf den Notkaiserschnitt vorbereitet (Sauerstoff, Elektroden (Herzschlagüberwachung) werden am Brustkorb aufgeklebt, Pulsoximeter (Puls- und Sauerstoffüberwachung) wird am Finger angebracht, Katheter wird gelegt, der Bauch wird mit Desinfektionsmittel überschüttet, Narkosemittel wird verabreicht). Der Arzt steht bereits in Kittel, Handschuhen und mit Mundschutz vor mir. Alles geht so schnell...Panik und Angst überwältigen mich...Panik der Arzt fängt an zu schneiden, bevor ich narkotisiert bin, schreckliche Angst um unseren Sohn. Ich schaue in das Gesicht, welches über meinen Kopf gebeugt ist... sie schaut mir in die Augen und sagt: „Alles wird gut.“ Augenblicklich danach wird alles schwarz...

Ich höre Stimmen...fremde Stimmen. Ich höre Sebastian...Schmerzen dringen zu mir durch...ich schaffe es nicht meine Augen zu öffnen. Ich öffne meinen Mund... „Aua“, ist alles was ich heraus bekomme. Ich höre Sebastian, wie er um eine höhere Schmerzmedikation bittet und dann sagt: „Dem Kleinen geht es gut.“ Ich spüre, wie sich unendliche Erleichterung in mir ausbreitet...ich spüre, wie mich die Medikamente wieder in den Schlaf ziehen wollen...plötzlich geht die Tür
energischer auf als gewohnt...eine Stimme sagt. „Ihrem Sohn geht es nicht gut. Wir bringen Sie zu ihm, damit Sie ihn noch einmal sehen können!“ ...noch einmal sehen können?!? Was soll das heißen?!? Ein Adrenalinstoß fährt wie ein Blitz durch meinen Körper. Ich öffne meine Augen, suche Sebastians Blick. Er sieht genauso schockiert und panisch aus, wie ich mich fühle.Wir werden umgehend auf die Intensivstation gebracht. Angekommen werden wir in einen Raum geschoben...es sind gefühlt wieder unzählige Personen da (auch die Kinderkrankenschwester von zuvor), welche alle aufmerksam um eine mobile Versorgungseinheit stehen und hektisch Anweisungen und Aufgaben erfüllen. Ich kann und will nicht glauben und wahr haben, was sich langsam aber sicher in mein Herz und meinen Verstand schleicht. Ich schaue rüber zu dem Tisch, kann aus meiner liegenden Position im Bett aber nichts erkennen. Ich schaue dem Arzt ins Gesicht und zwei Worte formen sich erst leise, dann immer lauter in meinem Kopf, bis sie sich auf meinen Lippen formen und ich sie leise anfange zu flüstern...bitte...bitte...bitte...bitte nicht...bitte...bitte...mein Blick wandert noch einmal zum Arzt, kaum merklich schüttelt er den Kopf...den Blick auf einen Bildschirm gerichtet. Ich Suche den Blick der Kinderkrankenschwester. Ihre blauen Augen sehen mich traurig und hoffnungslos an. Ihre Lippen formen Worte, die ich nicht höre. Ich sehe nur ihre Augen und sehe wie sie niedergeschlagen den Kopf schüttelt...Tränen in den Augen.

Das kleine Herz unseres Sohnes hat aufgehört zu schlagen. 

Es ist Montag, der 19.06.2017, 12:10Uhr. Die Welt steht still. Der Boden tut sich unter Sebastian und mir auf und wir fallen ins bodenlose und in eine unendliche Leere ohne jeglichen Halt. Ein Schmerz von vernichtender Stärke breitet sich in uns aus und hinterlässt nichts als eine leere Hülle, die um jeden weiteren Atemzug kämpfen muss.

Obwohl wir drei wunderbare Mädchen haben, ist jeder Tag seit dem ein Überlebenskampf für Sebastian und mich. Unsere unendliche Trauer, dieser unbeschreibliche Schmerz und das schreckliche Vermissen von Constantin rauben uns jegliche Kraft, jegliche Energie und jegliche Motivation. Organisatorisches bedeutet einen enormen Kraftaufwand für uns, auch weil unser Kopf einfach nichts behalten will. Es gibt zur Zeit nichts, was uns ablenken, trösten oder Zuversicht geben kann. 

Constantins Tod war zu keinem Punkt absehbar, selbst die Ärzte konnten bis zum letzten Moment nichts absehen.

Ärzte und Schwestern haben 2 Stunden und 15 Minuten alles versucht um unseren kleinen Sohn zu retten. Spätere Blutanalysen haben einen extrem hohen Entzündungswert ergeben (der IL6-Wert lag bei 160.000; der Normalwert liegt bei max. 20), welcher auf eine sehr schwere Sepsis (Blutvergiftung) zurück zu führen ist. Constantin hat hart gekämpft....aber Reserven und Kräfte sind bei solch einem kleinen und jungen Leben sind sehr begrenzt und auch schnell aufgebraucht... 

Neben der extremen, emotionalen Belastung sehen wir uns nun noch zusätzlich mit Kosten konfrontiert, die absolut nicht absehbar waren und welche wir auch nicht im vollem Umfang alleine tragen können. 
Constantins Beerdigung war am 01.07.2017. Alle Kosten, die bis dahin entstanden waren, sind beglichen und unsere Reserven sind aufgebraucht. Was jetzt noch aussteht ist die Gestaltung des kleinen Grabes. Wir hatten keine Ahnung wie viel Grabsteine, Grabsteingravuren & Grabeinfassungen und vernünftige Grablaternen kosten, bis wir uns zwangsläufig damit auseinandersetzen mussten... unser Herz wurde sehr schwer, als wir realisierten, dass wir finanziell nicht in der Lage sind das Grab so zu gestalten, wie wir es so gerne möchten. Es ist uns so unsagbar wichtig mit Constantins Grab einen Ort zu schaffen, an dem wir unsere Trauer und unseren Schmerz über seinen Verlust zum Ausdruck bringen können. Aber genauso möchten wir diesen Ort nutzen um zu verdeutlichen WELCHE Bedeutung Constantin für uns hat und wie sehr wir ihn lieben und vermissen.
Deswegen hier unsere Bitte: Kannst Du uns mit einer Spende, ganz gleich in welcher Höhe, helfen unserem Ziel näher zu kommen? Wir sind, über egal welchen Betrag, unendlich dankbar! Wir möchten sehr gerne einen etwas individuelleren Grabstein in Auftrag geben. Je höher letztendlich der Gesamtspendenbetrag ausfällt, desto mehr Raum zum gestalten bleibt uns. 
Bislang waren wir immer in der Lage uns durch Eigeninitiative selber zu helfen und am Ende aus eigener Kraft ans Ziel zu kommen. Wir haben auch oft und sehr gerne anderen Menschen geholfen, die aus ganz unterschiedlichen Gründen nicht in der Lage waren alleine ans Ziel zu kommen. Aber unser Verlust hat uns so tief getroffen...hat uns komplett den Boden unter den Füßen weggerissen...wir fühlen uns seit Constantins Verlust mit alltäglichen Situation überfordert und schaffen es nur uns um das Allernötigste zu kümmern. Wir fühlen uns wie in einem großen Meer aus Emotionen und Schmerz...mit Ebbe und Flut...mit kleinen Wellen und riesigen Tsunamis...mit leichten Brisen und entsetzlichen Stürmen...nichts ist absehbar...keiner von uns weiß, wo wir hingetrieben werden. Jeder Tag ist ein Kampf ums Überleben...ein Kampf gegen das Ertrinken...unserer drei Mädchen willen.

Wir hoffen sehr, dass wir das Glück haben hier auf selbstlose und empathische Menschen zu treffen, die zudem noch die Möglichkeit haben uns zu helfen und uns zu unterstützen. Für uns würde es ein wichtiger Schritt vieler noch folgender Schritte zurück in ein Leben bedeuten...nicht mehr in das alte Leben von vor dem 19.06.2017 um 12:10Uhr...aber in ein Leben.

In unendlicher Trauer.
Melanie, Sebastian, Ayleen, Emma & Mathilda


Sollten wir mehr Spenden erhalten als benötigt, wird der Rest an ein Kinderhilfsprojekt unserer Wahl gespendet.

PayPal: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Spendenportal für Constantin:
https://www.leetchi.com/c/sternenkind-hilfe "

--------------------------Ende der Nachricht von Constantins Papa--------------------------------------

Über das Sternenkinder-Paradies
Wir sind rund 1000 Eltern, Angehörige, Pflegende, Leidende und Kranke die Angehörige wie Kinder oder ungeborene Babys verloren haben. 
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Wir im Netz:
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Liebe Fangemeinde,

ich erhielt soeben diesen Hilferuf von Sebastian U. für den kleinen Constantin.

Vielleicht möchte Jemand seine Sterneneltern mit einer Kleinigkeit unterstützen:

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